, Weisert Jan

Race Bericht Challenge Walchsee am 2. Juli 2023

Nach 6 Wochen des perfekten Trainings- und Vorbereitungswetter, zeigte sich der Himmel am Renntag von seiner anderen Seite. Es regnete bei 15 Grad. Was nun: sich noch einmal umdrehen und nicht starten, oder mit trüber Stimmung an den Start, oder einfach losziehen und das Beste daraus machen. Ich entschied mich für letzteres.

Nachdem ich am Morgen alle Vorbereitungen abgeschlossen hatte, ging ich zum Startgelände, richtete mein Rad her inkl. der Wechselbeutel und lief nochmals den Wechsel ab. Den richtigen Haken für die Beutel zu finden war nicht einfach, denn jeder hängte seinen innerhalb des Nummernkreises einfach auf. So waren die Bändel und Beutel zum Teil verwurstelt. Da hoffte ich später in der Hektik des Wechsels den richtigen zu erwischen. Die Stimmung im Startgelände war gedrückt und alle schwärmten in das Wechselzelt weil es dort trocken war. Nunja dies half alles nichts und ich bin raus zum Warmup. Das tat gut, denn ich hatte meine Ruhe. Nach dem Einlaufen verstaute ich meine 7 Sachen im After Race Bag, der sich, trotz mässiger Befüllung, in 2 Teile auflöste. So konnte ich ihn nicht abgeben, denn der Inhalt hätte sich an verschiedenen Orten verteilt. So musste ich mir einen neuen bei den Organisatoren beschaffen. Sie hatten gerade noch einen übrig, uff. Da es ja regnete zog ich den Neo vor dem 10 Min Fussmarsch zum Schwimmstart an, so blieb ich warm.

Nach einem kurzen Einschwimmen, mussten wir uns nach erwarteter Schwimmzeit in Blocks einreihen. Mein Weg nach hinten war beängstigend lang, aber was habe ich davon, mich zu optimistisch einzureihen. Nach dem Startschuss lief zuerst gar nichts, aber irgendwann rückten wir vor und dann war ich auch schon im Wasser. 2 Bojen auf 700m zeigten uns den Weg bis zum Wendepunkt. Rot waren sie, die Badekappen der Damen auch. Nun, sah ich die Bojen oder die Badekappen? In all dem Gewühl nicht so einfach die richtige Boje zu finden, aber ich denke, dass ich mich gut auf die Schwimmkurs-Bojen fokussieren konnte. Auch auf dem Weg zurück zum Ufer kreuzten immer wieder Schwimmer von links oder rechts meinen Weg, obwohl ich dachte zielorientiert zu schwimmen. Bei genauerem Hinsehen, war ich richtig.

Nach dem Ausstieg, fand ich sofort meinen roten Beutel und ab ins Wechselzelt. Der Wechsel verlief wie geplant und auch mein Rad fand ich auf Anhieb. Da ich nicht der einzige an der Aufstiegslinie war, musste ich sehr aufpassen, nicht durch jemanden anderes gerempelt zu werden. Die Strasse war nass und rutschig. Prompt lag der erste Athlet nach 1500m auf dem Asphalt. Dies sollte ein Weckruf zur Vorsicht für das weitere Rennen sein. Da am Anfang viele AthletInnen auf der Strecke fuhren, diese hügelig, eng und kurvenreich war, gestaltete sich meine Aufholjagt als nicht so einfach. Zumindest am Anfang begleitete das Überholen, in der Gischt der Vorausfahrenden und dem wachsamen Auge der Schiedsrichter, immer ein Restrisiko, aber ich musste Zeit gutmachen. Gefühlt überholte ich 90km lang. Zum Glück hörte der Regen zum Ende des Radsplits auf.

Zurück in der Wechselzone fand ich wieder rasch den Platz für das Rad. Bei den Beuteln ging das Gewurstel vom Vormittag weiter, da noch sehr viele da hingen. Ich schnappte mir meinen und ab zum Wechselzelt. Beim öffnen des Beutels merkte ich sofort, dass das nicht meine Schuhe waren. Ich hatte den falschen Beutel erwischt! Also ab und zurück meinen zu finden. Ich hoffte nur, dass der Inhaber nicht fluchend am Gestell seinen suchte. Zuerst wollte eine Aufpasserin nicht, dass ich zurücklaufe. Nach einigem Wortwechsel verstand sie mein Problem und liess mich zurück. Falschen Beutel hinhängen, meinen finden und zurück zum Wechselzelt, Aufregung pur. Dann noch die volle Blase leeren und ab auf den Lauf. Das ganze Spiel hat mich ca. 3-4 Min gekostet. Was solls…

Aufgrund des Theaters, bloss jetzt nicht überzocken, dachte ich mir, startete aber trotzdem mit einem zügigen Tempo. Als ich nach dem 2. Km die Uhr konsultierte, war ich deutlich unter der geplanten Zeit, aber es ging mir gut. Trotzdem sagte ich mir «nimm raus», aber irgendwie tat ich dies dann nicht sehr konsequent, denn die weiteren Km absolvierte ich in ganz ähnlichen Zeiten. Na gut, dann eben so. Wichtig war mir die Verpflegung nicht zu vernachlässigen, was mir sehr gut gelang. Jede Aidstation nutzte ich zum Trinken oder ein Gel mitzunehmen. Bis zum Schluss konnte ich das Tempo halten und lief mit einer für mich sehr zufriedenstellenden Zeit in 5:15 Std ins Ziel. Damit erreichte ich von 33 Finishern, den 5. Platz in meiner AK und die Quali für «The Championship» in Samorin 2024. Dies war mein Ziel.

Nicht nur weil mir der Wettkampf gut gelungen ist, kann ich Euch diesen sehr empfehlen. Die Strecken sind fordernd, variantenreich und landschaftlich reizvoll. Der Event ist nicht zu gross und gut organisiert. Die Wahrscheinlichkeit mit Neo zu schwimmen ist hoch.